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Adam Lux · Ilustración

Adam Lux (Geisheim)

alemán

351 Adam Lux.

Adam Lux, der Deutschen Einer,
Die am dürren Freiheitsbaume
Sah’n die goldnen Äpfel hangen,
Sah’n das Heil der Welt im Traume
Hosenlos zum deutschen Rheine
Kommen in der rothen Mütze,
Und die zu altdeutschem Weine
Sangen nach neufränk’scher Weise; –
Adam Lux, freiheitsbegeistert,
Zog im Einklang’ ihm verwandter
Deutscher Meister,
Schöner Geister,
Die der Meinung sich bemeistert,
Als der Mainzer Abgesandter,
In Entzückung,
In Berückung
Sel’ger Hoffnung nach Paris.

Furchtbar Neues war zu schauen:
Wen bewegt nicht furchtbar Neues?
Nie in Deutschland ist geschehen,
Was ein Tag dort hat gesehen.
Einen König sah man morden,
Nicht in Wittelsbacher Hitze,
Nicht mit racherglühter Spitze
Des Johannes Parricida;
Nein! die in des Volkes Namen,
352 Ihm das Menschenrecht zu schaffen,
Freies Walten
Zu gestalten,
Frei zum Rath zusammenkamen,
Sie, die Cromwellsbrittenaffen,
Sie beschließen,
Zu vergießen
Ludwigs reines Menschenblut.

Greuel sind vorangegangen,
Greuel folgen; mit Entsetzen
Treibt man Spott; sich dran zu letzen,
Muß man Tod auf Tod verlangen.
Wie ein Blutstrom schreckt die Seine
Selbst den Henker; doch das Grauen
Stumpft sich täglich ab im Schauen;
Tod der Unschuld ist Verklärung.
Und es schrei’n Blutsäuferscharen:
Laßt der Menschen Drittel sterben;
Dann erst werden
Wir auf Erden
Euch den Himmel offenbaren,
Doch nur Blut kann ihn erwerben!
Und es glauben
Bei den Trauben
Die von Gleichheit Trunknen d’ran.

Und so lassen sich dergleichen
Auch die deutschen Brüder träumen,
353 Sehn sie auch die Henkerramme
Von dem Blut’ der Besten schäumen.
Adam Lux mit Jürgen Forster
Sieht das Schlachten, hofft, es wende
Sich doch bald zum schönern Ende
Dieses Reiches Schreckensherrschaft,
Und sie lassen’s sich gefallen,
Wandern täglich zum Schaffotte,
Oft wohl traurig,
Oft wohl schaurig
Von dem abgesetzten Gotte
An des bösen Geistes Krallen,
Der hier schaltet,
Und gewaltet,
In der deutschen Brust gemahnt.

Ungeheur weckt Ungeheures;
Eine Jungfrau greift zum Dolche,
Und der blutigste von Allen
Ist von ihrer Hand gefallen.
Marat, Herold wilder Mordlust,
Witzbegabt, im Rath und Schriften,
Was da feil war, zu vergiften,
Rings im Lande Brand zu stiften:
Ihn erstach Charlotte Corday.
Doch man ehrt die gift’ge Leiche;
Auf Verlangen
Soll er prangen
In dem Heldensaal der Franken,
354 Ihm für Frankreichs Schmach zu danken.
Ihm zur Sühne
Muß die Kühne
Sterben, eh’ man ihn begräbt.

Adam Lux wallt auch zum Richtplatz,
Um der Jungfrau Tod zu schauen.
Welch Erstaunen! Welch ein Zauber!
Darf er seinen Augen trauen?
Einer Mörderin Verruchtheit
Dacht’ in ihr er zu entdecken;
Doch der Schönheit Wunder wecken
Den verlornen Gott im Herzen.
Lautrer, edler sah er Keine.
Hoheit in dem freien Blicke,
In Ergebung
Voll Erhebung
Strahlend über das Gemeine,
Gab sie Glanz dem Mißgeschicke.
Still zu dulden
Ihr Verschulden,
Starb sie kühn, wie sie gethan.

Mag der Henker sie beschimpfen,
Fast empört ihr Tod die Menge;
Aber durch das Volksgedränge
Ringet Adam Lux zur Bühne:
„Laßt mich sterben, ihr zur Sühne!
Mehr als Brutus that die Jungrau!
110355 Eine Säule sollt ihr bauen
Zum Gedächtniß ihres Muthes,
Satt dann sein unschuld’gen Blutes!“
Doch von Wahnsinn hält befangen
Ihn der Richter
Bös’ Gelichter;
Als er nun beharrt zu sterben,
Stillen sie ihm sein Verlangen:
Und so starb er,
So erwarb er
Seiner Träume schönes Land.

Freiheit, Himmelslied der Geister,
Kann die Mordlust je dich singen?
Kann die Freiheit ohne Liebe
Zu der Geister Meister dringen?
Nie gelangt die blut’ge Bande
Zu des Friedens freiem Lande.
Alle kämpfen sie vergebens
Um die Königin des Lebens
Ohne Lieb’ und Himmelsgüte.
Viel’ der schönsten Menschenblüthe,
Geistgeboren,
Starb veloren.
Adam Lux, der Lieb’ Erwachen,
Hat, allmächtig in dem Schwachen,
Ihren Frieden
Dir beschieden,
Dich entrafft der Macht der Nacht.

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Autor
Adam Lux
Título
Adam Lux (Geisheim)
Lengua
alemán
Época
Ilustración
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-adam-lux-geisheim--adam-lux-fc749c
Cita recomendada
Adam Lux, «Adam Lux (Geisheim)», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-adam-lux-geisheim--adam-lux-fc749c.html

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