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Otto Ernst · Vanguardias / s. XX

Aus gesegneten Tagen

alemán

Heißen und gerechten Haß im Herzen,
Schritt ich achtlos durch den Morgenglanz;
Lug und Trug der Schurken auszumerzen,
Trieb mich der Gedanken Wirbeltanz.

„Ja, zermalmen will ich, will vernichten,
Was mir Kraft und Freude stiehlt und Schlaf!“
Und — ich stockte jäh vor einer lichten,
Warmen Glut, die meine Augen traf.

Einem Garten war ich zugetrieben,
Wohl von tausend Rosen überflammt:
„Oh, wir leben!“ jauchzten sie, „wir lieben!
Oh, wir blühn und schaffen allesamt!

Wandeln wollen wir in Duft und Farben
Dieses Sommers gnadenreiches Licht!“
In die schwellendste der Rosengarben
Neigt ich tief und still mein Angesicht.

Und ich fühlte heiligen Erbebens,
Wie’s mit Doppelglut mich überkam.
Aus den Blumen schlug die Glut des Lebens,
Aus der Brust mir quoll die Glut der Scham.

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Expediente

Autor
Otto Ernst
Título
Aus gesegneten Tagen
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Libro o colección de origen
Gedichte
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-aus-gesegneten-tagen--otto-ernst-f6c8bf
Cita recomendada
Otto Ernst, «Aus gesegneten Tagen», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-aus-gesegneten-tagen--otto-ernst-f6c8bf.html

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