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Rainer Maria Rilke · Vanguardias / s. XX

Legende von den drei Lebendigen und den drei Toten

alemán

Drei Herren hatten mit Falken gebeizt
und freuten sich auf das Gelag.
Da nahm sie der Greis in Beschlag
und führte. Die Reiter hielten gespreizt
vor dem dreifachen Sarkophag,

der ihnen dreimal entgegenstank,
in den Mund, in die Nase, ins Sehn;
und sie wußten es gleich: da lagen lang
drei Tote mitten im Untergang
und ließen sich gräßlich gehn.

Und sie hatten nur noch ihr Jägergehör
reinlich hinter dem Sturmbandlör;
doch da zischte der Alte sein:
—Sie gingen nicht durch das Nadelöhr
und gehen niemals—hinein.

Nun blieb ihnen noch ihr klares Getast,
das stark war vom Jagen und heiß;
doch das hatte ein Frost von hinten gefaßt
und trieb ihm Eis in den Schweiß.

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Autor
Rainer Maria Rilke (1875–1926) · Wikidata Q76483
Título
Legende von den drei Lebendigen und den drei Toten
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Libro o colección de origen
Der Neuen Gedichte: Anderer Teil
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-legende-von-den-drei-lebendigen-und-den-drei-tot--rainer-maria-rilke-25b35c
Cita recomendada
Rainer Maria Rilke, «Legende von den drei Lebendigen und den drei Toten», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-legende-von-den-drei-lebendigen-und-den-drei-tot--rainer-maria-rilke-25b35c.html

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