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Rainer Maria Rilke · Vanguardias / s. XX

Mariä Heimsuchung

alemán

Noch erging sie's leicht im Anbeginne,
doch im Steigen manchmal ward sie schon
ihres wunderbaren Leibes inne, —
und dann stand sie, atmend, auf den hohn

Judenbergen. Aber nicht das Land,
ihre Fülle war um sie gebreitet;
gehend fühlte sie: man überschreitet
nie die Größe, die sie jetzt empfand.

Und es drängte sie, die Hand zu legen
auf den andern Leib, der weiter war.
Und die Frauen schwankten sich entgegen
und berührten sich Gewand und Haar.

Jede, voll von ihrem Heiligtume,
schützte sich mit der Gevatterin.
Ach der Heiland in ihr war noch Blume,
doch den Täufer in dem Schoß der Muhme
riß die Freude schon zum Hüpfen hin.

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Autor
Rainer Maria Rilke (1875–1926) · Wikidata Q76483
Título
Mariä Heimsuchung
Lengua
alemán
Época
Vanguardias / s. XX
Libro o colección de origen
Das Marien-Leben
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-maria-heimsuchung--rainer-maria-rilke-f02720
Cita recomendada
Rainer Maria Rilke, «Mariä Heimsuchung», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-maria-heimsuchung--rainer-maria-rilke-f02720.html

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