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Johann Wolfgang von Goethe · Romanticismo

Hochbild

alemán · Alemán

Die Sonne, Helios der Griechen,
Fährt prächtig auf der Himmelsbahn,
Gewiß, das Weltall zu besiegen,
Blickt er umher, hinab, hinan.
Er sieht die schönste Göttin weinen,
Die Wolkentochter, Himmelskind,
Ihr scheint er nur allein zu scheinen;
Für alle heitre Räume blind,
Versenkt er sich in Schmerz und Schauer,
Und häufiger quillt ihr Tränenguß:
Er sendet Lust in ihre Trauer
Und jeder Perle Kuß auf Kuß.
Nun fühlt sie tief des Blicks Gewalten
Und unverwandt schaut sie hinauf:
Die Perlen wollen sich gestalten;
Denn jede nahm sein Bildnis auf.
Und so, umkränzt von Farb und Bogen,
Erheitert leuchtet ihr Gesicht,
Entgegen kommt er ihr gezogen:
Doch er, doch--ach! erreicht sie nicht.
So, nach des Schicksals hartem Lose,
Weichst du mir, Lieblichste davon;
Und wär ich Helios, der Große,
Was nützte mir der Wagenthron?

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Autor
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) · Wikidata Q5879
Título
Hochbild
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Nacionalidad
Alemán
Libro o colección de origen
West-östlicher Divan
Fuente
Gutenberg #2319 *West-östlicher Divan*
Sala
La Biblioteca
Identificador
hochbild--goethe
Cita recomendada
Johann Wolfgang von Goethe, «Hochbild», Poetósfera, poetosfera.com/p/hochbild--goethe.html

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