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Johann Wolfgang von Goethe · Romanticismo

Gränzen der Menschheit (1827)

alemán

81 Gränzen der Menschheit.

Wenn der uralte
Heilige Vater
Mit gelassener Hand
Aus rollenden Wolken
Segnende Blitze
Ueber die Erde sä’t,
Küss’ ich den letzten
Saum seines Kleides,
Kindliche Schauer
Treu in der Brust.

Denn mit Göttern
Soll sich nicht messen
Irgend ein Mensch.
Hebt er sich aufwärts,
Und berührt
Mit dem Scheitel die Sterne,
Nirgends haften dann
Die unsichern Sohlen,
Und mit ihm spielen
Wolken und Winde.

Steht er mit festen
Markigen Knochen
Auf der wohlgegründeten
Dauernden Erde;
2582 Reicht er nicht auf,
Nur mit der Eiche
Oder der Rebe
Sich zu vergleichen.

Was unterscheidet
Götter von Menschen?
Daß viele Wellen
Vor jenen wandeln,
Ein ewiger Strom:
Uns hebt die Welle,
Verschlingt die Welle,
Und wir versinken.

Ein kleiner Ring
Begränzt unser Leben,
Und viele Geschlechter
Reihen sich dauernd
An ihres Daseyns
Unendliche Kette.

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Autor
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) · Wikidata Q5879
Título
Gränzen der Menschheit (1827)
Lengua
alemán
Época
Romanticismo
Sala
La Biblioteca
Identificador
ws-de-granzen-der-menschheit-1827--johann-wolfgang-von-goethe-f07d7a
Cita recomendada
Johann Wolfgang von Goethe, «Gränzen der Menschheit (1827)», Poetósfera, poetosfera.com/p/ws-de-granzen-der-menschheit-1827--johann-wolfgang-von-goethe-f07d7a.html

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